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Bayreuth: Außen
seriös, innen
pompös
Unauffällig fügt sich
das Markgräfliche Opernhaus in die Opernstraße ein.
Und es scheint, als
hätte sich die 1747 erbaute Oper der Markgräfin Wilhelmine, Schwester
Friedrichs des Großen, den preußischen Grundsatz ,Mehr Sein als Scheinen'
zu eigen gemacht. Dem 'Mehr Sein' begegnen Sie drinnen (Führungen ab 10
Uhr). Dieses einzige vollständig erhaltene Barocktheater Deutschlands
wurde im italienischen Stil vom Theaterarchitekten Bibiena
erbaut.
Zu Ihrer Erbauung wird das 500-Plätze-Haus an 70 Tagen des Jahres noch mit
Opern und Liederabenden bespielt. Wer keine Karte für Mozart oder Hermann
Prey bekommt, kann sich
mit der musischen
Markgräfin trösten: Ein von ihr komponiertes Cellokonzert ertönt während
der Führung aus der Musikbox. Vor allem der guten Akustik wegen. 500 Meter
weiter war Wilhelmine im anmutigen Bayreuther Rokoko des Neuen Schlosses
zu Hause. Von 85 teils gemütlich, teils galant ausgestatteten Gemächern
sind Sie in 38 als Besucher willkommen. |
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Nürnberg: Am
Anfang war der Fels
Hätte hier nicht ein fast
60 Meter hoher Sandsteinfelsen aus der
sandigen Ebene
emporgeragt - wer weiß, ob in Nürnberg die klassische, die erste aller
deutschen Kaiserburgen gebaut worden wäre. Von 1050 bis 1571 weilten alle
deutschen Kaiser in lückenloser Reihe mindestens einmal auf der Burg. Karl
IV. sogar 40 mal und Ludwig der Bayer 60 mal. Folgerichtig kamen 1424 auch
die Kroninsignien und die Reichsheiligtümer in die ,Noris', die heimliche
Hauptstadt des Reiches. Jetzt sind sie in der Hofburg in Wien. Die Burg
beherrscht auch heute noch souverän die Szenerie
der Stadt. Da ist der
runde Sinwellturm, das riesige Dach der Kaiserstallungen und der 53 Meter
tiefe Burgbrunnen, meterdicke Mauern, mächtige Tore oben und unten. Sie
sollten unbedingt die Kaiserkapelle aufsuchen, das Herzstück der Burg. Ein
Bau, der unter Kaiser Barbarossa entstanden ist -
zweigeschossig: das
obere für den Kaiser und das untere für sein Gefolge. Unten halbdunkel,
oben licht.
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Allen Deutschen
gewidmet
Weil die Stadt Nürnberg
nicht der Versuchung unterlegen ist, selbst ein Museum zu werden, kann sie
sich viele Museen leisten. Eines gehört allen Deutschen: das Germanische
Nationalmuseum. Was zum Verständnis Deutschlands, seiner Geschichte und
seiner Menschen notwendig ist - hier ist's zusammengetragen.
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Ein Tip:
donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr und sonn- und feiertags ganztägig ist
der Eintritt frei - 'germanischer Abend'. Auch das Verkehrsmuseum verdient
Ihren Besuch. Hier treffen Sie u.a. den 'Adler', der Deutschlands ersten
Zug zog, und zwei Prunkwagen König Ludwigs II. von Bayern.
Briefmarkenfreunde
können sich in der Postabteilung an 100 000 Marken aus
aller Welt laben. Nostalgie an jedem ersten Samstag im Monat und an den
Wochenenden vor Weihnachten: Mit der Oldtimer-Straßenbahn geht's zu jeder
vollen Stunde vom Hauptbahnhof über den Plärrer zur Burg, dann über die
Pirckheimer Straße zum Maxfeld und wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Fahren Sie mit! |
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Schön sind sie alle,
einer heißt auch so
Die fast 20 Meter hohe
achteckige Steinpyramide des ,Schönen Brunnens' am Hauptmarkt mit ihren 40
Steinfigürchen
ist nicht mehr das aus
Sandstein geschlagene Original aus der zweiten Hälfte des 14. Jh.s, sondern eine 1897 bis 1903 maßstabgetreu
angefertigte Kopie aus härterem Muschelkalk. Die Versammlung der
Evangelisten, der neun Helden und sieben Kurfürsten, der Kirchenlehrer
und der Propheten im Filigran der Pyramide blieb dadurch komplett. Jeder
Handwerksgeselle, der früher auf der Walz nach Nürnberg kam, mußte sich
diesen Brunnen genau anschauen. Dabei quillt die Stadt vor Brunnen über:
der Tugendbrunnen neben der Lorenzkirche, der Dudelsackpfeifer auf dem
Unschlittplatz, Gänsemännchen- und Puttenbrunnen im Hof des Alten
Rathauses. Der Neptunbrunnen ist sogar weitgereist. Weil ihm der Rat keine
Wasserleitung bauen konnte, wurde er verkauft. Nach Rußland. 1902 ist er
heimgekehrt - als Kopie.
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Neresheim: Auch
Schutzengel haben Durst Das Benediktinerkloster Neresheim ist auf
dem 582 Meter hohen Ulrichsberg
dem Himmel näher als manches andere im Härtsfeld. Das war schon 1095
so, als die Abtei gegründet wurde. Aber erst später, 1720, schuf der
Hofbildhauer Johann Mair von Hohenbaldern einen Brunnen mit der
lanzenbewehrten Figur des Erzengels Michael. Er schmückt heute noch den
Weg zur Abteikirche. Bis ins Innerste dieser Kirche
erleben Sie im
Kloster Neresheim den Schöpfungsreichtum genialer Baumeister wie
Balthasar Neumann und Dominikus Zimmermann. Und das Kuppelbild von
Martin Knoller lenkt den Blick des Besuchers nach oben und läßt ein bißchen
vom Himmel der Barockzeit ahnen. - Wollen Sie in die grünen Auen eines
tiefen Tales oder in den kühlen Dom des Hochwaldes, folgen Sie den
Wegweisern
vom Wanderparkplatz Ohmenheim. Aus einer
Palette von sechs Rundwanderwegen können Sie sich einen schönen
Halbtagesausflug aussuchen. Sie werden mit einer verwunschenen Landschaft
belohnt.
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