Einfach mal raus aus dem Alltag. Für einen Kurztrip in den Süden oder einfach eine Tour entlang der Elbe - und einfach bleiben, wo's gefällt. Die Prospekte versprechen mobiles Vergnügen auch denjenigen, die kein eigenes Reisemobil haben .

Tatsächlich sind Mietmobile beliebt wie nie. Ob Kompaktmobil oder Luxusliner immer mehr Leute entdecken die Vorzüge eines Reisemobiles. Diese Urlaubsform ist absolut „in". Und sie ist mehr denn je eine attraktive Alternative zur Flugreise.

Es für die Interessenten gar nicht so einfach, das passende Angebot unter den rund 10000 Leihmobilen zu finden. Tummeln sich in diesem Segment der Reisemobilbranche doch allein in Deutschland gleich mehrere hundert Anbieter. Ob Kleinanzeige, im lokalen Anzeigenblatt oder im Internet: Überall gibt es gerade im Frühjahr reichlich Offerten für Mietmobile. Doch welche ist der richtige? Vom Klein-Verleiher mit zwei, drei Fahrzeugen bis hin zur großen Kette mit mehreren hundert Mietmobilen reicht die enorme Spannweite der Anbieter. Auch fast jeder Reisemobilhändler hat eine Mietflotte laufen.

Das Allerwichtigste ist die Beratung durch einen Profi. Denn gerade bei den mobilen Neulingen gilt es herauszufinden, welches Fahrzeug am besten zu den individuellen Ansprüchen passt. Ein junges Pärchen, das im Mietmobil einen Städtetrip durch Mitteleuropa unternehmen will, hat schließlich andere Bedürfnisse als eine Familie, die im Sommer zu einer ausgiebigen Fahrt an das Nordkap starten möchte. „Nicht mit übertrieben großen Fahrzeugen auf Tour gehen". Andererseits gilt, dass man in der Praxis auch nicht die höchst- zulässige Sitz- und Schlafplatzzahl eines Reisemobiles ausnutzen sollte - unnötige Enge und Platzangst wären programmiert. Punkte, die bereits im Vorgespräch mit angesprochen werden sollten.

Nicht minder wichtig ist später die umfassende Einweisung in das Mietfahrzeug oder eine ausführliche Bedienungsanleitung im Mobil, beides oft kein Ruhmesblatt für die Vermieter. „Wir machen leider immer wieder die Erfahrung, dass Mobil-Mieter von der Technik ihrer Gefährte sehr wenig Ahnung haben, oft wissen sie nicht einmal, wie man die Heizung oder den Kühlschrank im Reisemobil bedient. Da gibt es häufig Defizite bei der Übergabe." Zu der professionellen Beratung gehört auch, dass den Neu-Mobilisten die Angst vor den ungewohnten Dimensionen der Freizeitfahrzeuge genommen wird. Höhe, Breite, der mitunter stattliche Alkovenüberbau und die ungewohnte Sitzposition schrecken auch erfahrene Pkw-Fahrer beim ersten Besteigen eines Leihmobiles nicht selten ab. „Nach wenigen Kilometern hat man sich aber an die Abmessungen gewöhnt."

Für viele Erstmieter ist freilich der Preis das wesentliche Argument bei der Auswahl des rollenden Urlaubsheims. Auch hier gilt es vor dem Fahrvergnügen präzise zu vergleichen.

Billig ist ein Urlaub im Mietmobil jedoch nicht: In der Hauptsaison sind 100 Euro und mehr pro Tag fällig. Da Mietmobile vor allem in den Ferienzeiten Hochkonjunktur und damit Höchstpreise haben, lohnt sich der Blick über die Grenze des Bundeslandes. Wer das Mietmobil im Nachbarland anmietet, wo die Schulferien entweder schon beendet sind oder noch nicht begonnen haben, spart pro Reise mitunter mehrere hundert Euro.

Vorteile genießen auch flexible Mieter, die nicht unbedingt in der Hochsaison auf Tour gehen. Sie können in Vor- oder Nebensaison mit wesentlich niedrigeren Tarifen rechnen. Umgekehrt können die Preise in der Hauptsaison auf mehr als das Anderthalbfache steigen.

Damit nicht genug der Rechnerei: Fast alle Vermieter locken mit diversen Rabatten. Nachlässe gibt es oft für Frühbucher, für Stammkunden, aber auch für Langzeitbucher. Kleinanzeigen in Zeitungen und in Anzeigenblättern unterstreichen die große Spannweite bei den Vermietern. Hier locken mitunter auch Mietmobile mit auffallend günstigen Preisen pro Urlaubstag. Hier heißt es aufgepasst: Nicht selten handelt es sich dann um ältere Fahrzeuge. Bei den großen Vermietern ist es hingegen üblich, dass die Fahrzeuge nur ein, längstens aber zwei Sommersaisons in der Vermietung laufen . Selten haben die Mietmobile mehr als 20 Mieter innerhalb dieser zwei Jahre kennen gelernt

Wegen der großen Resonanz haben die großen Unternehmen ihre Mietflotten ausgeweitet. „Wir stellen fest, dass immer mehr Kunden zu den großen Anbietern tendieren".

Aus Sicht der Mieter ist dies verständlich, bieten doch gerade die großen Vermieter durch ihre Flotten Planungssicherheit. Sogar Notrufnummern, die rund um die Uhr besetzt sind, gehören hier zum Standard. Bei einem kleinen Anbieter kann die Freude getrübt werden, wenn der Vormieter das Mietfahrzeug beschädigt hat und kurzfristig kein Ersatz zur Verfügung steht - andererseits lockt hier der günstige Preis.

Es kann auch richtig teuer werden: Dann, wenn man im Urlaub einen Schaden am Fahrzeug verursacht. Etliche Vermieter hoben die Selbstbeteiligung bei der Versicherung deutlich an. Waren 2001 nach einer Delle im Blech in den meisten Fällen höchstens 1000 Mark Beteiligung fällig, so muss man vielerorts nun mit 1000 Euro rechnen. Ursache: Nach zahlreichen Schadensmeldungen in der Vergangenheit haben viele Vermieter das Problem, überhaupt eine Versicherungsgesellschaft zu finden, die das Risiko mit den Leihmobilen tragen will.

Wer für die begehrtesten Termine in noch ein Mietmobil sucht, muss sich sputen: „Die Buchungssituation ist sehr gut", Und außerdem: „Reisemobilurlaub liegt voll im Trend."

03/2006 Copyright by www.womobi.com